Aktuelle Ausgabe
Krisen und Katastrophen als Thema der Erwachsenenbildung: Die aktuelle Ausgabe von weiter bilden zu Disaster Preparedness in Praxis und Forschung.
Das Konzept „Supportstrukturen“ gewinnt für die Praxis an Bedeutung. Es reagiert auf die aktuelle staatliche Zurückhaltung in der Weiterbildungspolitik ebenso wie auf die Tatsache, dass ein sich selbst überlassener, rein ökonomischen Zwängen gehorchender Weitbildungsmarkt dem Entwurf einer „lernenden Gesellschaft“ entgegen stehen würde. Der Netzwerkansatz des Konzeptes wird zur Alternative zu Markt und Staat. An aktuellen Beispielen bestehender Netzwerke zeigen die Autoren, in welche Richtung…
Männerforschung ist heute Teil der Gender-Forschung und eine Querschittsaufgabe für alle gesellschaftlich bezogenen Wissensgebiete. Darüber hinaus kann der Nachvollzug der eigenen männlichen Haltung, des eigenen Geschlechts und der eigenen Geschichte als Teil der wissenschaftlichen Wahrnehmung verstanden werden. Einige Forscher verstehen sich bereits als interdisziplinärer Teil einer solchen „kritischen Männerforschung“. Die Autoren geben Beispiele aus neuen Studien für die Themenvielfalt in de…
Der Autor identifiziert Widerstände gegen Lernen als strukturelle Folge pädagogischer Intentionalität in der Erwachsenenbildung. Er analysiert Formen der Lernverweigerung, die als selbstbestimmtes Lernen gedeutet werden können, als legitime Antwort auf bevormundende Lernzumutungen. Die persönliche Entscheidung zwischen Lernen oder Nicht-lernen berührt eine metakognitive Ebene des Lernens, die ihrerseits der lernförderlichen Unterstützung bedarf.
Ekkhard Nuissl, Professor für Erwachsenenbildung an der Universität Marburg und Direktor des DIE, spricht mit Dr. Angela Franz-Balsen über die Notwendigkeit von Supportstrukturen und über die konkreten Supportleistungen, die das DIE erbringt. Er sieht die Weiterbildung insgesamt herausgefordert, gemeinsam und intensiv an weiteren Supportstrukturen zu arbeiten und nationale Kapazitäten auf europäischer Ebene zu vernetzen.
Am Beispiel der beruflichen Weiterbildung zeigen die Autorinnen auf, dass organisiertes Lernen die Bedarfe der Individuen vielfach nicht berücksichtigt und somit Lernwiderstände in Form von passiver Verweigerung und Nichtbeteiligung erzeugt. Um diese Widerstände produktiv nutzen zu können, ergibt sich die Notwendigkeit einer reflexiven und subjetbezogenen Lernberatung.
Dr. Walter Hollstein ist Professor für politische Soziologie in Berlin und einer der frühen (soziologisch orientierten) Begründer der Diskussion um die „Männerfrage“. Er spricht über den Veränderungsdruck auf Männer und die notwendigen Voraussetzungen für Geschlechterdemokratie. Für ihn hat die Forschung zu Männern in Deutschland noch gar nicht richtig begonnen.
Die Deutschlehrerinnen Evelyn Krings und Michaela Visosky sowie der Lehrgangsleiter Christian Rietschel arbeiten an der VHS Rüsselsheim. Sie berichten über ihre Erfahrungen in einem vom Arbeitsamt finanzierten Qualifizierungslehrgang zur Berufsorientierung für anerkannte Asylanten und Migranten. Die Ursachen von Lernschwierigkeiten und –widerständen sind vielfältig. Sozialpädagogischen Begleitung und viel Zeit sind Grundvoraussetzungen für erfolgreiches Lernen.
Welches System der Weiterbildungsfinanzierung ist geeignet, die Teilnahme an Weiterbildung zu fördern? In Deutschland ist der „quartäre Bildungssektor“ überwiegend marktwirtschaftlich verfasst und gesteuert, da das Weiterbildungsangebot im staatlich organisierten Bildungssystem bzw. im Rahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik nur eine ergänzende Rolle spielt. Der Autor diskutiert europäische Beispiele der Weiterbildungsfinanzierung und unterscheidet drei Typen: Markt-Regime, bürokratisches Regim…
Die Disziplin der Bildungsökonomie untersucht den Zusammenhang zwischen Bildungswesen und wirtschaftlicher Entwicklung, zwischen Bildungspolitik und lebenslangem Lernen. In den 60er Jahren rückte die Frage nach der Bedeutung von Bildung für das wirtschaftliche Wachstum einer Gesellschaft in den Vordergrund. Pichts alarmierende Prognose, dass ohne Veränderung der Bildungspolitik und des Bildungswesens eine „bildungspolitische Katastrophe“ unausweichlich sei, bestimmt die Diskussion bis zum heuti…
Ministerialdirigent Dr. Peter Krug ist Leiter der Abteilung Weiterbildung und pädagogische Dienste im Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Weiterbildung Rheinland-Pfalz und Vorsitzender des Ausschusses Fort- und Weiterbildung der Kultusministerkonferenz. Im Gespräch mit Ekkehard Nuissl diskutiert Peter Krug verschiedene Ansätze zu Finanzierung lebenslangen Lernens.