Aktuelle Ausgabe
Krisen und Katastrophen als Thema der Erwachsenenbildung: Die aktuelle Ausgabe von weiter bilden zu Disaster Preparedness in Praxis und Forschung.
Die Bedeutung von Alphabetisierung und Grundbildung in nationalen wie internationalen Bildungsdebatten ist unbestritten. Die in Deutschland angelaufenen Projekte werden im Jahr 2009 erste Arbeitsergebnisse vorstellen können. Die Beiträge dieses Heftes werden vornehmlich einen Beitrag zur Theorieentwicklung leisten und damit Grundlagen für die weitere Forschung auf diesem Gebiet schaffen.
Nach der Veröffentlichung eines Entwurfs für den Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) im November 2010 befindet sich die Diskussion in einer kritischen Phase. Die Weiterbildung findet zunehmend Interesse am Thema und hat Einflussmöglichkeiten erschlossen. Aber ihr bleibt nicht viel Zeit, in der DQR-Diskussion Position zu beziehen. Ihre Optionen im bildungspolitischen Machtspiel müssen offengelegt und reflektiert werden. Hierzu leistet das Heft einen wichtigen Beitrag. Im Rahmen einer Umfrage b…
Die Bundesgesetze des sog. Hartz-Papieres sehen eine Einführung von Bildungsgutscheinen vor. Ist davon politische Bildung betroffen? Der Beitrag untersucht auf diesem Hintergrund die Förderstrukturen politischer Bildung auf Bundes- und Landesebene, von Kommunen und Stiftungen. Ihr Urteil ist ernüchternd: Viele Einrichtungen der politischen Bildung, gerade sehr kleine, stehen vor dem Aus. Dies bestätigen auch zwei in den Text eingespielte Statements von Praktikern.
Berufsbezogenen Weiterbildungen kommt ein immer größerer Stellenwert in heutigen Erwerbsbiographien zu. Ein wachsendes Angebot an berufsbegleitenden Studiengängen und die jüngsten Öffnungstendenzen der Hochschulen für beruflich Qualifizierte rücken diese als Weiterbildungsanbieter in den Blickpunkt. Dennoch spielen akademische Formate auf dem Weiterbildungsmarkt eine vergleichsweise geringe Rolle. Der Beitrag ergründet warum akademische Weiterbildung nur wenig angenommen wird. Hierzu wurden 72 …
Der steigende Stellenwert von Weiterbildung für die Wissensgesellschaft ist unstrittig, dennoch ist der organisatorisch und rechtlich breit gefächerte Weiterbildungsbereich statistisch nur unzulänglich erfasst. Der Beitrag gibt einen Überblick über die heterogene Anbieterlandschaft und erläutert die vorhandene Datenlage. Hieran anknüpfend wird die Trennung nach Anbietern von beruflicher und allgemeiner Bildung problematisiert. Abschließend werden die aktuellen Veränderungen im institutionellen …
Schicht, Klasse, Milieu. Bezugskonzepte der Weiterbildungsforschung 1957–2007 Der Autor liefert einen Längsschnitt durch 50 Jahre der Erforschung von Weiterbildungsteilnahme. Ausgehend von wichtigen Veröffentlichungen des Jahres 1957 (Schelsky, Dahrendorf) stellt er die soziologischen Bezugskonzepte vor, die in den jeweiligen Epochen für die Erklärung der Sozialstruktur herangezogen wurden: zunächst Schicht und Klasse, später – und dem Einfluss Bourdieus – das soziale Milieu. Für beide Phasen …
Die Bildungschancen sind ungerecht verteilt. Auch im Weiterbildungsbereich gibt es benachteiligte Gruppen, insbesondere solche, die bereits in der Erstausbildung diskriminiert wurden. Die Forderung nach Chancengleichheit, die auf Aristoteles und John Rawls zurückgeht, bedeutet, dass jeder eine zweite Chance bekommen sollte, wenn er unter unzureichenden oder unbefriedigenden Ergebnissen der Erstausbildung leidet. Aus der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zur Berufs- und Ausbildungsfre…
Gender Mainstreaming ist eine zentrale, europaweite politische Handlungsmaxime. In der Wrwachsenenbildung ist davon indes noch nicht viel zu spüren. Wo es eine gendersensible Erwachsenenbildung gibt, orientiert sie sich bis heute stark am Differenzansatz. Im Blick auf Teilnahmequoten an allgemeiner und beruflicher Erwachsenenbildung und einer innerhalb der Segmente nochmals gegenderten Interessensaufteilung spricht der Autor von einer »doppelt geteilten Struktur«. Für die Zukunft fordert er ver…
Weite Teile der Weiterbildung werden durch einschlägige Gesetze überhaupt nicht mehr erreicht. So erfolgt eine faktische Deregulierung. Diesem Reichweitenverlust steht eine wachsende Regelungstiefe derjenigen Gesetze gegenüber, die den Weiterbildungsbereich tangieren und zuletzt novelliert wurden. Auf diesen ambivalenten Zusammenhang macht der Autor anhand der wichtigsten Rechtsgrundlagen der Weiterbildung aufmerksam: der Weiterbildungsgesetze der Bundesländer und des SGB III.
Einen funktionalen Bildungsbegriff hat schon Max Scheler entwickelt. Bei Scheler steht Bildung dem Nutzeninteresse nicht entgegen, sondern ermöglicht dem instrumentellen Interesse, einen Nutzen überhaupt zu erreichen. Unter den Vorzeichen der postmodernen Medien- und Massengesellschaft ist das Verhältnis von Bildung und Nutzen umzuformulieren. Unter Rückgriff auf Lyotard entwickelt der Autor die Idee von Bildung als einer regulativen Idee. Dieses Konzept erwartet von den Individuen nicht mehr d…